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Mahlzeiten

Einen dementen, verwirrten und/oder pflegebedürftigen Menschen zu betreuen heißt, mit ihm und seinen Besonderheiten zu leben und seinen Alltag entsprechend zu gestalten. Ziel der ganzheitlichen Betreuung in der Tagespflege des Wohnwerkes ist es, dem Menschen die Teilnahme am Leben der Gemeinschaft sowie am allgemeinen gesellschaftlichen Leben entsprechend seinen Fähigkeiten, Fertigkeiten und Ressourcen zu ermöglichen. Durch die gelebte Haltung aller Mitarbeiter in der Betreuung und im Umgang mit den Gästen tragen wir zur Erhaltung der Lebens-qualität unserer Gäste bei. Denn der Gast kann sein Verhalten nicht verändern. Wir nehmen uns der Gäste mit ihrer Individualität an, und gestalten unsere Arbeit so, dass der Gast sich bei uns „wie zu Hause" fühlen kann. Dies geschieht vorwiegend über das Normalitätsprinzip. Das bedeutet, wir versuchen die Gäste an Tätigkeiten heranzuführen, die sie aus ihrem früheren Leben kennen. Das bedeutet auch, dass jeder seine individuellen Fähigkeiten und Kenntnisse mitbringt. Die Maßnahmen und Ziele dieser stimulierenden, aktivierenden und ganzheitlichen Pflege stehen dabei für uns im Vordergrund. Somit streben alle Mitarbeiter eine möglichst hohe Autonomie und damit Lebensqualität für den einzelnen Gast an.
So werden wir die täglichen Aufgaben in der Gemeinschaft so weit wie möglich gemeinsam mit den uns anvertrauten Gästen gestalten. Dies kann z. B. beinhalten gemeinsam die Wäsche zu falten, einzukaufen oder zu kochen, ganz nach den Wünschen und Ressourcen des Gastes. Über alte vertraute Tätigkeiten können da noch Sinne stimuliert werden, wo kognitive Fähigkeiten nicht mehr vorhanden sind. Wer nicht mehr aktiv mitmachen kann, dessen Sinne werden dann vielleicht durch das Fühlen einer rohen Kartoffel in der Hand oder dem Riechen von Kochdünsten stimuliert.
In unserer Arbeit ist die Hilfe zur Selbsthilfe ein großes Anliegen, dies kann nur über eine umfassende Biografiearbeit geschehen, deren Resultate mit in die Arbeit einbezogen werden um so den einzelnen Gast dort abzuholen, wo er steht. Hier spielen gerade in der Dementenarbeit die Angehörigen eine sehr große Rolle. Denn sie werden in der Demenz oft zum Biografie Experten. Die hier gewonnenen Erkennt-nisse fließen mit in die Pflegeplanung ein. Wir wünschen uns eine recourcenorientierte und nicht eine defizitorientierte Begegnung mit unseren Gästen.
Als Pflegemodell haben wir uns für das Modell von Monika Krohwinkel entschieden. Hier bilden die Aktivitäten und existentiellen Lebenserfahrungen des Menschen die Grundlage für die Anamnese und den Betreuungsplan. Hierzu werden mit dem Gast und seinen Angehörigen die noch vorhandenen Ressourcen und eventuelle Probleme für jeden einzelnen Bereich ermittelt. Wichtig sind hierbei besondere Gewohnheiten sowie erworbene Bewältigungsstrategien. Auf Grundlage der Anamnese erfolgt die individuelle Pflegeplanung, diese umfasst den für jeden Bewohner individuellen Pflege- und Betreuungsplan. Alle pflegerischen und therapeutischen Leistungen werden in der Pflegedokumentation erfasst. Dies gilt ebenso für die psychosozialen und sozialpflegerischen Behandlungs- und Betreuungsleistungen. Die Behandlungspflege umfasst alle Durchführungen auf Anordnung des Hausarztes oder des behandelnden Facharztes. Die Ziele der Pflegeplanung werden, wenn möglich gemeinsam mit dem Gast erhoben, ansonsten mit den Angehörigen und/oder dem amtlichen Betreuer.
Die Einschätzung der Bedürfnisse und vorhandenen Ressourcen ist ein kontinuierlicher Prozess, bei dem immer wieder eine neue Einschätzung des Gastes durch die Pflegefachkraft erfolgt. Die Ziele der Pflegeplanung werden regelmäßig evaluiert, d.h. es wird überprüft, ob die Maßnahmen, die geplant wurden auch dazu dienen das geplante Ziel zu erreichen.

Therapeutische Angebote

• Über das Singen von altbekannten Liedern werden Erinnerungen angeregt, verborgene Fähigkeiten wiederentdeckt, und es können Gefühle mobilisiert werden, die nur über die Sprache oftmals schwer zugänglich sind. Zu Gästen, mit denen Gespräche nur eingeschränkt möglich sind, kann auf nonverbaler Ebene Kontakt hergestellt werden.
• „Alte Gesellschaftsspiele" wie das „Mensch ärgere dich nicht" sind noch fast allen bekannt und sehr beliebt. Gemeinsam am Tisch zu sitzen, zu würfeln, gibt ein Gefühl von Vertrautheit.
• Durch das Fertigen von einfachen Produkten, wie zum Beispiel Peddigrohr flechten, werden noch vorhandene Fähigkeiten der Gäste erhalten. Die Produkte können als Präsent mit nach Hause genommen werden, oder sie finden Verwendung in der Einrichtung.
• Gartenarbeit und „Wühlen" in warmer Erde regt die Sinne an und ist vielen Oberbergern aus der Kindheit bekannt. Genauso üblich war in vielen Haushalten das Halten von Kleintieren. Das Beobachten von Kaninchen und Hühnern erinnert an alte Strukturen und beruhigt.

In der Arbeit mit dem Einzelnen hat die Fachkraft die Möglichkeit individuell auf den Gast einzugehen, wie zum Beispiel: Gespräche zu führen, einen kurzen Spaziergang zu machen und ähnliches, was das Gefühl von Annahme und Verstandensein beim Gast vermittelt.

Validation

Alle Mitarbeiter des Wohnwerkes kennen die Methode der integrativen Validation. Validation bietet eine Möglichkeit, Zugang zur „subjektiven Realität" der auch oft an Demenz erkrankten Gästen zu finden. Sie ist eine bestimmte Form der Einfühlung und Wertschätzung des Eingehens und Reagierens auf die Verhaltensweisen und Äußerungen verwirrter und dementer Menschen. Validation versteht sich als eine Grundhaltung, die den alltäglichen Umgang mit den dementen Menschen bestimmen kann und gerade in belastenden Situationen Spannung reduziert und Beziehung ermöglicht. Validation ist letztlich eine besondere Form der Kommunikation. Durch das Verstehen des Verhaltens der Gäste vermindert sich das Aggressionspotenzial deutlich, und es entsteht eine vertraute Atmosphäre.

Fahr- und Begleitdienst

Zur Abholung der Gäste steht ein Behindertengerechtes Fahrzeug zur Verfügung. Der Fahrer ist mit einem Handy ausgestattet. Er übernimmt den täglichen Transport des Gastes von der häuslichen Wohnung in die Tagespflege. Die Abholung ist nach Wunsch des Gastes ab 7.30 Uhr möglich, hierzu wird einmal wöchentlich ein Fahrplan erstellt.

Kommunikation

Zur Sicherstellung der Informationsweitergabe wird täglich von 12.30- 13.00 Uhr, in das Übergabebuch, eingetragen. Des Weiteren werden alle relevanten Informationen in den Pflegebericht dokumentiert. Das Übergabebuch ist täglich zu Dienstbeginn zu lesen und gegenzuzeichnen. Einmal wöchentlich findet eine Teambesprechung statt, hierzu wird ein Protokoll anzufertigen, dieses wird am nächsten Tag im Personalraum ausgehangen und von allen Mitarbeiter als Zeichen der Kenntnisnahme abgezeichnet. Anschließend wir das Protokoll archiviert. Bei Bedarf findet im Anschluss an die Teambesprechung alle 14 Tage eine Fallbesprechung statt.
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