Home Wohn- und Versorgungszentren Pattberghaus, Marienheide Therapeutische Angebote

Sozialtherapeutisch-pädagogische Begleitung im lebenspraktischen Bereich

Häufig hat der Bewohner noch keine Gelegenheit gehabt, sich die zur Bewältigung des Alltags notwendigen Fähigkeiten anzueignen oder er hat sie im Verlauf seiner Krankheit verlernt. Als Übungsfeld werden im Pattberghaus alle im Haushalt anfallenden Arbeiten von den Bewohnern selbst durchgeführt.

Die Bewohner erhalten eine angemessene Unterstützung durch die Betreuungspersonen. Durch schrittweise Heranführung an die Aufgaben und tägliche Übungen wird der Umfang der Hilfestellung den individuellen Fähigkeiten angepasst. Die zweiwöchentliche Neuverteilung der Dienste gewährt einen gesamten Einblick in alle Bereiche der Haushaltsführung. Zu den allgemeinen Aufgabenbereichen zählen die Hausreinigung, das Einkaufen und Kochen, die Pflege der eigenen Wäsche und Hygiene. Das Betreuungspersonal vermittelt das theoretische Wissen und leistet die notwendige praktische Unterstützung. Um eigene Ressourcen erkennen und nutzen zu können, werden Projekte wie Garten- und Renovierungsarbeiten angeboten. Hier wird eine Möglichkeit geboten, die eigene Belastbarkeit zu erproben. Diese Förderung kann gleichzeitig eine Vorbereitung auf berufliche Wiedereingliederung sein.

Im Behandlungsplan ist eine Tagesstruktur festgelegt. Dieser beginnt mit dem gemeinsamen Frühstück und beinhaltet feste Zeiten für die Erledigung der Haushaltsdienste, für die gemeinsamen Mahlzeiten, aber auch für Ruhe, Entspannung und tägliche Teepausen.

Neuen Bewohnern wird eine Eingewöhnungsphase mit geringer Belastung im Haushalt zugestanden, damit sie die Gruppe und den Tagesrhythmus kennen lernen können. Erste Haushaltsdienste werden dann in Begleitung einer Betreuungsperson oder eines erfahrenen Mitbewohners übernommen, bis die eigenständige Ausführung und die Übernahme der Verantwortung dafür geleistet werden kann.

Da das Pattberghaus als Lernfeld für ein späteres eigenverantwortliches Wohnen konzipiert ist, wird z.B. dem Einkaufsdienst das Haushaltsgeld für jeweils zwei Tage ausgezahlt, so dass der Bewohner mit Kassenführung und Geldeinteilung vertraut wird.

Erlernen von kognitiven und sozialen Fähigkeiten

Im Kontakt zu anderen Menschen können eigene Grenzen im Sozial- und Gruppenverhalten erfahren werden. Im kognitiven Training besteht die Möglichkeit krankheitsbedingte Beeinträchtigungen im Denk-, Konzentrations- und Kommunikationsvermögen und Sozialkompetenz zu trainieren. Dadurch kann eine bessere Ausdauer, Wahrnehmung und Reflektionsfähigkeit erlangt werden.

Neben dieser Form der Therapie bieten sich andere Möglichkeiten an, in denen die Bewohner sich als mitgestaltend und im Kontakt zu anderen erleben können. In den monatlichen Hausrunden haben sie die Möglichkeit, organisatorische Probleme anzusprechen, Mängel zu benennen sowie Veränderungswünsche und Vorschläge zur Freizeitgestaltung einzubringen. In den täglichen Teerunden werden Erlebnisse vom Tag ausgetauscht und reflektiert.

Freizeitgestaltung

Bei der Freizeitgestaltung orientieren wir uns an den Interessen der Bewohner und geben Hilfestellung bei der Umsetzung. Vom Haus aus werden verschiedene Gruppenaktivitäten angeboten. Hierzu zählen diverse Sportangebote (Schwimmen, Joggen, Walken, etc.) Stadtbummel in den umliegenden Ortschaften, Spaziergänge, Café-Besuche und Ausflüge.

Neben dem Feiern von Festen oder ähnlichem, werden auch Kinobesuche oder die Teilnahme an anderen kulturellen Veranstaltungen angeregt und begleitet.

Ein weiterer Schwerpunkt der Freizeitgestaltung ist der jährlich stattfindende Sommerurlaub mit den Bewohnern des Hauses.

Ergotherapeutisches Angebot

Im Rahmen der Beschäftigungstherapie haben die Bewohner die Möglichkeit, verschiedene kreative Ausdrucksformen zu erproben. Außerdem können durch unterschiedliche kunsthandwerkliche Techniken Grundarbeitsfähigkeit wie Konzentrationsfähigkeit und Ausdauer geübt werden. In einem sehr verbindlichen Rahmen wird die Selbst- u. Fremdwahrnehmung gefördert.

Das Angebot einer niederschwelligen hausinternen Arbeitstherapie stellt eine weitere Vorbereitung auf die berufliche Eingliederung dar. Auch hier werden die eben erwähnten Grundarbeitsfähigkeiten gefördert, wobei der Schwerpunkt weniger auf Kreativität, sondern auf komplexen Arbeitsabläufen liegt.

Psychoedukative Begleitung

Ziel ist es, die Bewohner über ihre Erkrankung umfassend zu informieren. In der Regel werden sie auch medikamentös behandelt und deshalb über die Notwendigkeit einer regelmäßigen Medikamenteneinnahme, die unmittelbare, prophylaktische Wirkung, sowie Nebenwirkungen informiert und beraten.

In Zusammenarbeit mit interessierten Angehörigen werden Informationen über die Erkrankung und krankheitsspezifische Verhaltensweisen gegeben. Dies kann zu einem höheren gegenseitigen Verständnis führen und neue Formen des Umgangs mit der Erkrankung ermöglichen. Des Weiteren können Fallkonferenzen und Beratungsgespräche in Anspruch genommen werden.

Psychiatrisch-medizinische Behandlung und Betreuung

Die Anordnung und Dosierung der Medikamente wird von einem Facharzt für Psychiatrie getroffen, der zu den Bewohnern einen regelmäßigen Kontakt hat und mit dem das Team des Pattberghauses im ständigen Austausch über den Krankheits- und Rehabilitationsverlauf steht. In den Fallbesprechungen wird die jeweilige Behandlungsplanung festgelegt und überprüft.

Regelmäßige Therapiegruppe und Einzelgespräche

Die einmal monatlich stattfindende Gruppensitzung bietet den Bewohnern ein Versuchs- und Lernfeld für Kommunikation und Verhaltensformen an. In der Gruppensitzung hat jeder die Möglichkeit, seine Probleme einzubringen, seine Erfahrungen mitzuteilen und von den Erfahrungen der anderen Bewohner zu profitieren. Die Gruppensitzung hat in erster Linie den Sinn, Kreisläufe im Verhalten und Erleben die zur Aufrechterhaltung der jeweiligen Symptomatik führen, zu durchbrechen und neue Erfahrung zu ermöglichen.

Gruppentherapie:
Einmal pro Woche findet wechselweise eine in Form von Musik-, Sport oder Kommunikationstherapie (IPT) statt
Ergänzt werden die Gruppensitzungen durch regelmäßige Einzelgespräche, in denen der Klient die Möglichkeit bekommt, solche Probleme, die er der Gruppe nicht anvertrauen möchte, anzusprechen. Traumatische Ereignisse, die den Bewohner in seiner Entwicklung blockieren, können aufgearbeitet werden.

Berufliche Eingliederung

Nachdem der Bewohner grundlegende Fertigkeiten für die Gestaltung des Alltags erworben und an Selbstvertrauen und Belastbarkeit gewonnen hat, wird als nächster Schritt eine berufliche Eingliederung eingeleitet. Hier wird dem Bewohner ermöglicht, seine Belastbarkeit in verschiedenen Beschäftigungsbereichen zu erproben und zu steigern. In einem Arbeitsbereich seiner Wahl kann er unter arbeitstherapeutischer Betreuung bis zu 6 Stunden täglich arbeiten. In der Teilstationären Arbeitstherapie erhält der Bewohner Unterstützung bei seiner weiteren beruflichen Planung z.B. in Form von Betriebspraktika oder der Aufnahme in einen beruflichen Wiedereingliederungslehrgang.

Nach Beendigung dieser beruflichen Rehabilitationsphase kann eine Übernahme in ein geschütztes Arbeitsverhältnis (z.B. RAPS - Werkstätten) oder auf dem freien Arbeitsmarkt anstehen. Durch regelmäßige Absprachen zwischen der Arbeitstherapie und dem Pattberghaus wird eine angemessene Verknüpfung der beruflichen Entwicklung und der Alltagsbewältigung gewährleistet.

Außenwohngruppen

Dem Pattberghaus sind mehrere Außenwohngruppen angeschlossen in denen mehrere Bewohner in kleinen Wohneinheiten zusammen leben. Diese Bewohner haben im Pattberghaus ihre lebenspraktischen Fähigkeiten so weit aufbauen könne, so dass sie sich nun in einer selbstständigen Wohnform erproben können. Dieser neue Lebenskontext soll das Verantwortungsbewusstsein fördern und zu einer weiteren Stabilisierung und Entwicklung führen. Zielsetzung ist es, die Klienten zu einem eigenständigen Leben zu befähigen. In Einzelfällen kann die Reha auch mit den direkten Einzug in eine Außenwohngruppe beginnen.

Zu der Außenwohngruppen-Betreuung gehören: regelmäßige

  • Hausbesuche
  • Einzelbetreuung
  • Koordination von Arbeit und Wohnen
  • Förderung von sozialen Kontakten und Kommunikation
  • Freizeitgestaltung
  • Gruppenangebot
  • beratende Einzelgespräche
  • Rufbereitschaft und Krisenintervention


    Ein spezielles Gruppenangebot ist der Außenwohngruppen-Stammtisch, der einmal im Monat stattfindet. Dort haben die Klienten die Möglichkeit, Erfahrungen auszutauschen, Kontakte zu pflegen und gemeinsame Freizeitaktivitäten zu planen. Für die Klienten der Außenwohngruppen besteht das Angebot einmal im Jahr, gemeinsam in einen Sommerurlaub zu fahren. Dieser wird von den Bezugspersonen organisiert und begleitet.
  • Betreutes Wohnen

    Nach Beendigung der Rehabilitation besteht die Möglichkeit, für einige Klienten, von den Mitarbeitern des Pattberghauses im Betreuten Wohnen weiter begleitet zu werden. Dies kann bei solchen Klienten notwendig sein, bei denen eine Kontinuität der Bezugspersonen Voraussetzung für die Stabilität ist.

    Die Klienten leben wirtschaftlich unabhängig vom Pattberghaus in ihrer eigenen Wohnung. Die Betreuungszeiten werden über die Wiedereingliederungshilfe in Form von Fachleistungsstunden abgerechnet.

    Kontakt Pattberghaus

    Leppestrasse 16
    51709 Marienheide

    Telefon: 0 22 64 - 88 77
    Fax: 0 22 64 - 28 76 96
    pattberghaus@ogb-gummersbach.de
    Gemütliche Sitzecke

    Ländliches Ambiente des Pattberghauses im Zentrum von Marienheide

    Garten mit Sitzgelegenheit
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