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Umgang mit demenziell erkrankten Menschen

Der Schwerpunkt unserer Arbeit im Wohnwerk umfasst die pflegerische Begleitung demenziell veränderter Menschen.
Die Betreuung und die Pflege der Bewohner richten sich nach dem aktuellen Befinden und dem Krankheitsstadium der Demenz. Es geht also um eine einfühlsame und schützende Begleitung der Bewohner, die mehr Lebensqualität erhalten sollen.

Die Haltung des Pflegepersonals zeichnet sich dadurch aus, dass sie im Umgang mit den dementen Bewohnern Wertschätzung und Verständnis zeigen, Herzlichkeit und Humor ausstrahlen, die Würde der Bewohner achten und sie so annehmen, wie sie sind.
Sie sind in der Lage, dem Bewohner mit Empathie und Kongruenz zu begegnen und verfügen über ein ausgewogenes Verhältnis von Nähe und Distanz.
Einen wichtigen Teil für die Arbeit mit demenzerkrankten Menschen stellt die Fähigkeit des Mitarbeiters zur eigenen Reflexion dar.
Diese Grundhaltung muss sich entsprechend im täglichen Umgang widerspiegeln. Sie ist Teil der Pflegeplanung bis hin zur darauf aufbauenden Tagesstrukturierung.



Gewaltprävention

Die Arbeit mit dementiell erkrankten Menschen bedarf einer spezialisierten Zugehensweise.
Um den krankheitsbedingten Verhaltensauffälligkeiten angemessen zu begegnen, muss diese Zugehensweise regelmäßig überprüft und angepasst werden.
Von daher ist es wichtig, genau zu beobachten und Unterschiede zu erkennen, um unsere Bewohner in Ihrer Ganzheitlichkeit zu betrachten und zu behandeln.

Wichtig ist uns hierbei auch der regelmäßige Austausch im Team, der durch die Übergabezeiten, die Team und Fallbesprechungen, sowie durch Supervisionen gewährleistet ist.

Die Autonomie des Bewohners ist zu wahren, indem seine gewohnten Ordnungsvorstellungen akzeptiert werden. Uns evtl. störende Verhaltensweisen dürfen nicht als „Angriff“ bewertet werden.
Ganz nach dem Grundsatz: Der Bewohner kann sein Verhalten nicht mehr ändern.

Kommt es zu Aggressionen von Bewohnern (verbal oder auch körperlich), werden diese als Ausdruck von Lebenswillen gedeutet und unter Einbeziehung der individuellen vorausgegangenen Situation betrachtet. Ziel ist es, den aggressiven Bewohner aus dieser Situation herauszuführen.

Die Nachbereitung solcher Vorfälle (Besprechung in der Teamsitzung/Fallbesprechung) dient dazu, Eigen – und Fremdgefährdung zu vermeiden.

Kleine Gesten haben oft starke Wirkung: Sich zu bedanken oder jemanden anzulächeln, entspannt und bereichert den Alltag.
Durch diese kleinen Aufmerksamkeiten kann sich der demenziell erkrankte Bewohner weiterhin als geschätztes Mitglied der Gesellschaft erleben.

Der Kontakt zum Bewohner kann auch ohne Worte erhalten bleiben, durch ein Lächeln oder eine Berührung. Soziale Umgangsformen stärken das Selbstwertgefühl der Bewohner.
Die allgemeinen Regeln des zwischenmenschlichen Umgangs finden bei uns Anwendung und dienen der sittlichen Werterhaltung. (kein unreflektiertes Duzen, oder respektlose Anrede)
Wir sind darum bemüht, die Sichtweise unseres Bewohners einzunehmen und uns auf seine Welt einzulassen, um ihm das Gefühl zu vermitteln, dass er in seiner Welt verstanden und begleitet wird.
Unsere Mitarbeiter fördern die Erinnerung des Demenzkranken und stellen einen Bezug zu seiner Biografie her, somit wird dadurch das gemeinsame Erinnern, ein Gefühl für Vertrautheit, aufgebaut.

Ebenso wichtig ist es, regelmäßige körperliche Untersuchungen durchzuführen, um andere Begleiterkrankungen nicht zu übersehen oder unzureichend zu behandeln. Denn nicht jede Verhaltensstörung (Unruhe, Aggressivität, Klagen, Weinen, bedrückte Stimmung) ist zwingend eine Folge von Demenz. Es können auch Symptome einer begleitenden psychischen Erkrankung (Depression, Psychose), einem internistischen Leiden (Sepsis, Organversagen, Vergiftung), körperlichem Unwohlsein (Schmerzen, Obstipation, Luftnot, Harndrang) oder Sinnesbeeinträchtigungen (Sehschwäche, Schwerhörigkeit) sein.

Das Einführen von zeitlich festgelegten Reinigungs- und Pflegeritualen unter Benutzung gewohnter Kulturartikel (wie Parfüm, Rasierwasser oder Seifen), kann die individuelle Pflege eines dementen Bewohners erleichtern.

Indem auf Signale des Bewohners, z.B. Unruhe, Nesteln an der Kleidung, bestimmte Redewendungen, geachtet wird kann der Harndrang eines Bewohners leichter identifiziert werden.
Alle Toilettengänge werden mit gleich bleibenden Ereignissen (z.B. nach dem Aufstehen, vor – oder nach den Mahlzeiten, vor dem Zubettgehen) verbunden. Weitere Hilfen für unsere Bewohner sind leicht zu öffnende Kleidungsstücke sowie deutlich beschilderte gut beleuchtete und behinderungsgerecht gestaltete Toiletten mit Haltegriffen und, falls notwendig, erhöhten Toilettensitzen.
Jeder Bewohner erhält die Hilfsmittel und Orientierungshilfen, die er benötigt.

Bewohner, die eine Hinlauftendenz haben, werden von uns validiert oder begleitet. Um bei diesen Bewohnern für Sicherheit zu sorgen, ist in der Kleidung der Name des Bewohners sowie die Adresse der Einrichtung eingenäht.
Des Weiteren verfügt die Einrichtung über eine elektronische Funkschranke: Bewohner, die eine Hinlauftendenz haben, tragen in Absprache mit den Betreuern oder Angehörigen ein Transponderarmbad das beim Verlassen der Einrichtung einen Alarm im Haus auslöst, so dass die diensthabenden Mitarbeiter umgehend informiert werden.

Kontakt Wohnwerk

Iris Prangenberg-Röntgen

Peterstr. 44
42499 Hückeswagen

Telefon: 0 21 92 - 8 59 69 90
Fax: 0 21 92 - 85 96 99 29
wohnwerk@ogb-gummersbach.de

Angehörigenarbeit

Die Angehörigen sind uns immer herzlich willkommen.
Sie werden einbezogen, z.B. sich mit an den Tisch zu setzen, ihre/n Mutter/Vater vielleicht beim Essen zu unterstützen, oder motiviert, mit ihnen einen kleinen Ausflug/Spaziergang zu machen.
Angehörige werden über unsere Maßnahmen und Ziele informiert, und soweit es möglich ist und von ihnen gewünscht, mit in die Pflege und Betreuung einbezogen.

Die Mitarbeiter sollen engagierte Angehörige mit in die Betreuung einbeziehen. Wenn jemand regelmäßig kommt, kann er auch das Kaffee trinken der Bewohner begleiten oder mit an Ausflügen teilnehmen.
Hier sind der Kreativität der Angehörigen keine Grenzen gesetzt. Angehörige, die einen Strickabend gestalten wollen, die gerne Singen oder Musizieren, die sich irgendwie in der Einrichtung engagieren möchten, werden in unsere betreuerische Arbeit mit einbezogen.
Alle drei Monate findet ein Angehörigenabend statt. Hier werden Themen, die den Angehörigen wichtig sind, angesprochen, teilweise wird hierzu ein Referent eingeladen.
Im anschließenden Beieinandersein haben die Angehörigen die Möglichkeit sich kennenzulernen und auszutauschen.
Anregungen oder Beschwerden, die eingehen, werden offen aufgenommen und rasch bearbeitet.

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