Zielsetzung der Arbeit

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Neben einer eher soziotherapeutischen Zielsetzung liegt die Tagesstätte sehr nahe an der Normalität des nicht psychiatrischen Lebens. Dies ist beabsichtigt und die Besucher sollen hier wieder Freiräume erfahren, mit denen sie umgehen können und die sie gestalten. Sie unterliegen nicht einer totalen Betreuung und Versorgung, sondern sie müssen sich immer wieder mit der häuslichen Lebenssituation auseinander setzen, wobei die Betreuer immer wieder Hilfestellungen geben. Ziel der Arbeit ist es, weitere Klinikaufenthalte zu vermeiden oder zumindest diese zu verkürzen und Heimunterbringungen zu verhindern.

Wir können nachweisen, dass in den letzten Jahren wenige stationäre Behandlungen erforderlich wurden. Psychotische Schübe, Lebenskrisen, depressives Verhalten, Neigungen zur Suizidalität – all das konnte in der Regel durch die Tagesstättenbetreuung oft in Kombination auch mit Betreutem Wohnen als ambulante Einrichtung aufgefangen werden. Es empfahl sich auch hier eine gute und konstruktive Zusammenarbeit zwischen den niedergelassenen Nervenfachärzten und der Klinikambulanz in Marienheide.

Menschen, die sich für den Besuch der Tagesstätte bewerben, haben es oftmals verlernt, den Alltag zu bewältigen. Die Defizite sind in der Regel so gravierend, dass sie nicht in der Lage sind, eine Werkstatt für psychisch Behinderte zu besuchen. Es stehen in der Tagesstätte Dinge wie Kochen, Einkaufen, Umgang mit Geld, Spülen, Putzen, Behördengänge und Arztbesuche im Vordergrund der täglichen Arbeit. Verloren gegangenes Körperbewusstsein soll soweit als möglich wiedererlangt werden. Es ist zum Beispiel oft ein reduziertes Körperbewusstsein festzustellen, das mit Hilfe von Gymnastik unter physiotherapeutischer Anleitung in einem externen Fitnessstudio, Schwimmen, Tanzen, leichten autogenen Übungen gelindert werden kann.

Des Weiteren soll erreicht werden, dass mit einem neuen Körperbewusstsein der Besucher auch die Pflege des eigenen Körpers intensiver wahrnimmt und ein Effekt auf das seelische Wohlbefinden erreicht wird.

Langfristig sehen wir unsere Aufgabe darin, dass unsere Besucher lernen, ihre eigene Situation zu akzeptieren, Verantwortung für sich und andere übernehmen und eine Zielorientierung finden für die weitere Gestaltung ihres Lebens. Das fehlende Vertrauen im zwischenmenschlichen Bereich der Klientel soll durch das Leben und Erleben in der Gruppe aufgebaut und ihre Kontaktbereitschaft neu geweckt werden. Darüber hinaus soll der einzelne sich mit seinen vergessenen und verdrängten Ängsten, Wünschen und Erinnerungen vorsichtig auseinander setzen.

Der Besuch der Tagesstätte ist im Regelfall an 5, 4 oder 3 Tagen je nach Vereinbarung verbindlich. Die Grundstörung des Tagesstättenbesuchers ist soweit chronifiziert, dass eine Rückkehr ins Berufsleben von vorne herein ausgeschlossen ist. Diese Perspektive ist nur im Einzelfall vorhanden. Für junge Tagesstättenbesucher kann der Besuch als Vorbereitungsmaßnahme für eine spätere Aufnahme in die Behindertenwerkstatt RAPS dienen.

Die Tagesstätte versteht sich nicht als eine kurzfristige Einrichtung, sondern sie soll den Besuchern eine neue Identifikationsmöglichkeit auf lange Sicht erschließen und einen Geborgenheitsfaktor darstellen, der für viele psychisch Kranke von äußerster Wichtigkeit ist.

Mittel zur Erreichung der Ziele


Pädagogisch therapeutische Grundlage der Arbeit ist die Beziehung zwischen Besucher und Mitarbeiter. So wird von jedem Mitarbeiter erwartet, dass er sich mit seiner Persönlichkeit mit all ihren Schwächen und Stärken in die Arbeit einbringt. Nur so ist es auch möglich, ein Vertrauensverhältnis zu schaffen. Jeder Besucher hat somit die Möglichkeit, seine Bezugsperson im Mitarbeiterkreis zu wählen. Diese kristallisiert sich aber auch oft nach einer gewissen Zeit der Arbeit im Miteinander heraus. Mit diesen Bezugsklienten werden dann in der Regel in regelmäßigen Abständen Einzelgespräche geführt, in denen der Besucher über seine Schwierigkeiten, Erfahrungen, Vorstellungen und Zielsetzungen sprechen kann. Hilfreich hierbei ist die Anwendung unseres eigenen entwickelten Dokumentationssystems.

Neben den Einzelgesprächen findet jede Woche eine Gruppenbesprechung statt, in der organisatorische Fragen und Schwierigkeiten von einzelnen Besuchern oder der Gruppe angesprochen werden.

Angehörigenarbeit


Der Kontakt zu Angehörigen bzw. Partnern oder anderen für den Besucher sehr wichtigen Bezugspersonen soll hergestellt werden, wenn der Besucher dies prinzipiell nicht ablehnt und wünscht. In vielen Fällen werden gemeinsame Gespräche wichtig sein. Der jeweilige Bezugsmitarbeiter ist hierfür zuständig, bezieht aber durchaus andere Mitarbeiter hierzu ein. Es werden auch in gewissen Abständen Hausbesuche durchgeführt, um das häusliche und soziale Umfeld des Besuchers kennen zu lernen.
Nachsorge
Kommt ein Besucher nicht mehr in die Tagesstätte, wünscht aber eine weitere Betreuung, so wird vom jeweiligen Bezugsmitarbeiter ein Gespräch mit dem Leiter des Betreuten Wohnens arrangiert, um über eine eventuelle weitere Betreuung zu Hause zu sprechen. Andere Angebote der Kontaktstelle: die Teestube, Gesprächsgruppen oder Mittwochsclub stellen aber auch eine Möglichkeit dar, den Kontakt aufrecht zu erhalten und eine Nachsorge zu gewährleisten.


Finanzierung der Tagesstätten

Personalschlüssel

Aufnahmebedingungen & Aufnahme

Durchführung der inhaltlichen Arbeit




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